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CLEANER MOUNTAINS

Wolle und Gletscher – Die Schweizer Gletscher an vorderster Front des Klimawandels

Die Schweizer Gletscher schwinden aufgrund der Klimaerwärmung rapide. Zwischen 2000 und 2024 verringerte sich ihr Volumen auf 46,4 km³, was einem Verlust von nahezu 30 km³ entspricht, während ihre Fläche um 28 % auf 775 km² zurückging.

Diese Entwicklung steht in direktem Zusammenhang mit den Treibhausgasemissionen. Eine in Nature Climate Change veröffentlichte Studie der Universität Innsbruck zeigt, dass jedes heute ausgestoßene Kilogramm CO₂ langfristig zum Abschmelzen von etwa 15 kg Eis führen wird.

Wie weltweit setzt die Klimaerwärmung auch den Alpengletschern zu. Ihr Verschwinden bedroht nicht nur die symbolträchtigen Landschaften unserer Berge, sondern gefährdet auch unsere Wasserressourcen, erhöht die Risiken durch Naturkatastrophen und beeinträchtigt die Zukunft zahlreicher wirtschaftlicher, touristischer und sportlicher Aktivitäten.

Der Erhalt der Gletscher stellt daher eine zentrale Herausforderung für heutige und künftige Generationen dar.

Schutzlösungen neu denken

Um die sommerliche Eisschmelze zu verlangsamen, werden viele Gletscher seit Beginn der 2000er-Jahre mit Geotextilplanen abgedeckt. Diese Technik kann zwar den Eisverlust vorübergehend begrenzen, doch die Planen zersetzen sich unter den klimatischen Bedingungen allmählich. Bei ihrer Fragmentierung setzen sie Mikroplastik frei, das Schnee, Eis und Gebirgswasser verunreinigt.

Der Schutz der Gletscher darf nicht auf Kosten der Qualität dieser Ökosysteme gehen.

Um nachhaltigere Lösungen zu erforschen, lanciert die Summit Foundation in Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne ein neues Forschungsprojekt. Ziel ist es, die Machbarkeit von Geotextilien aus Schafwolle als Alternative zu den derzeit verwendeten Kunststoffplanen zu bewerten.

Über ihr ökologisches Potenzial hinaus könnten diese neuen Materialien einer weitgehend ungenutzten Ressource ein zweites Leben verleihen. In der Schweiz wird heute nahezu 70 % der produzierten Wolle mangels wirtschaftlicher Absatzmöglichkeiten vernichtet.

Dieses Projekt soll somit zwei Aufgaben gleichzeitig adressieren: die Verschmutzung durch Geotextilplanen im Gebirge zu verringern und einen lokalen, natürlichen und nachwachsenden Rohstoff aufzuwerten.

Testläufe unter realen Bedingungen

Die ersten Geotextilien aus Wolle wurden im Laufe des Juni 2026 auf dem Gelände von Glacier 3000 installiert, um die ersten Experimente unter realen Bedingungen einzuleiten.

Diese Versuche werden es erlauben, die Leistungsfähigkeit des Materials, seine Widerstandsfähigkeit unter alpinen Bedingungen und seine Wirksamkeit zur Begrenzung der Eisschmelze zu bewerten. Die Forschungsergebnisse werden dazu beitragen zu bestimmen, ob Wolle eine nachhaltige Lösung zur Unterstützung von Gletscherschutzstrategien im Kontext des Klimawandels darstellen kann.